Chronik

Die Chronik des Spielmannszugs der St. Lambertus Schützenbruderschaft Langenberg e.V

Der erste Spielmannszug in Langenberg resultiert aus dem Krieger- und Landwehrverein, der sich etwa 1930 auflöste. Zu den Gründern des neuen Spielmannszuges gehörte Hermann Wienströer. Schon kurze Zeit nach der Auflösung dieses Musikzugs gab es innerhalb des damaligen Gesellvereins entsprechende Aktivitäten einen eigenen Spielmannszug zu gründen. Josef Christmann, der Senior des Gesellenvereines war die treibende Kraft und der Initiator der Neugründung. Es war nicht schwer unter den Kolpingbrüdern geeignete Musiker zu finden, denn die meisten von ihnen waren auch gute Mandolienspieler und brachten so das richtige Musikgefühl mit, was den Ausbildern wesentlich die Arbeit erleichterte.

Dieses Foto zeigt die Gründer erstmals in ihrer neuen Uniform, die alle in Eigenleistung genäht wurden.

Gründer des Spielmannszug Langenberg

Vordere Reihe von links: Franz Thumann ✝, Heinz Wietbüscher ✝, Josef Pagenkemper ✝, Franz Farke ✝ (als Tambourmajor und Ausbilder), Heinrich Menze ✝, Hermann Schlepphorst ✝, Erich Krell ✝. Hintere Reihe von links: Heinrich Horstmann ✝, Fritz Korfmacher ✝, Hermann Wienströer ✝, Franz Stüer ✝, Anton Stüer ✝, Theo Kohnert ✝, Alois Frenser ✝, Georg Pagenkemper ✝, Franz Diekneite ✝ und Theo Schmidt ✝, dem die Ausbildung der Flötisten oblag.

Leider kehrten acht unserer Gründungsmitglieder nicht aus dem Krieg zurück. Nach einem sorglosen Start begannen 1933 die ersten Schwierigkeiten. Die politischen Verhältnisse hatten sich geändert. Als man im gleichen Jahr den jungen Verein aufforderte sich der SA anzuschließen oder sich aufzulösen, suchte und fand man einen anderen Weg. Der geschlossene Übertritt zum damaligen Krieger- und Schützenverein ließ den Spielmannszug weiterbestehen.

Bis zum Ausbruch des Krieges, in dem das Vereinsleben vollkommen ruhte, beteiligte sich der Spielmannszug an den verschiedenen Musikwettstreiten im Sauerland, die damals schon als Hochburg der Spielmannszüge galt. Die überlebenden Gründer fanden sich direkt nach dem Krieg wieder zusammen um ihr zerstörtes Werk wieder neu aufzubauen. In dieser Zeit wurde auch der Krieger- und Schützenverein in die St. Lambertus Schützenbruderschaft Langenberg umgewandelt und der Spielmannszug erhielt seinen heutigen Namen.

Die Stabführung übernahm damals Alex Strugholtz, der den Spielmannszug bis 1957 leitete und bis ins hohe Alter als stellvertretender Tambourmajor und Flötist zu den aktiven Musikern des Vereins gehörte.

Dieses Bild zeigt den Spielmannszug im Jahre 1953.

Spielmannszug im Jahre 1953

Stehend von links nach rechts: Theo Schmidt ✝, Heinz Thienenkamp ✝, Hans Stüer ✝, Heinz Vollenkemper ✝, Alex Strugholtz (Tambourmajor) ✝, Hubert Brinkmann ✝, Hermann Wienströer ✝, Theo Kohnert ✝, Hermann Brormann ✝, Anton Stüer✝. Kniend von links nach rechts: Hermann Horstmann ✝, Erich Krell ✝, Kurt Garmatz ✝, Franz Laukemper.

Der erste öffentliche Auftritt nach dem Krieg wurde am 12. und 13. Juli 1947 registriert. Anlaß war die Einweihung des neuen Sportplatzes. Als stellvertretender Stabführer fungierte auch Hermann Horstmann. Im Jahr 1957 stellte der damalige Besitzer der Brauerei Dittmann, Herr Georg Dittmann, ein altes Waldhaus als Übungsheim zur Verfügung. Es steht in einem ca. 8.000 m² großen Eichenwald und gehörte zur privaten Tennisanlage der Familie Dittmann. Nachdem die Dortmunder Aktien-Brauerei neuer Besitzer der gesamten Liegenschaften der früheren Brauerei Gebr. Dittmann wurde, machte sie dem Langenberger Spielmannszug indirekt ein großzügiges Geschenk. Durch eine Schenkung machte sie die St. Lambertus Schützenbruderschaft Langenberg e.V. zum Eigentümer des Waldgrundstückes mit diesem Gebäude. Der Spielmannszug erhielt ein uneingeschränktes Nutzungsrecht.

Mit dem Auftakt des Schützenfestes 1957 in Langenberg übernahm Herr Hermann Brormann als frischgebackener Tambourmajor die Führung des Spielmannszuges. Er war 1951 dem Spielmannszug beigetreten und hatte zunächst das Trommeln erlernt. Mit Hermann Brormann, der eine vorzüglich Ausbildung bei einem der fähigsten Stabführer der damaligen Heeresmusikzüge, Herrn Werner Borgschulte aus Anröchte, absolvierte, setzte ein beispielloser Aufstieg des Spielmannszuges ein. Dank intensiver Jugendarbeit und effektiver Proben eilte man von Erfolg zu Erfolg. Mit Herrn Heinrich Homburg aus Lippstadt hatte man einen Ausbilder nach Langenberg geholt, der ebenfalls lange Jahre als aktiver Trommler und Ausbilder dem Heeresmusikzug angehörte. Wöchentlich wurden drei Übungsstunden absolviert und wenn größere Aufgaben anstanden traf man sich auch öfter um intensiv zu Proben. Mit dem dritten Platz bei der Europameisterschaft 1971 in Köln war man erfolgreich in die internationalen Musikwettbewerbe eingestiegen. Aus diesem Wettbewerb ging Hermann Brormann als Europameister der Tambourmajore hervor. Aufgrund dieser und weiterer Erfolge hatte man keine Nachwuchsprobleme mehr aber es stellte sich immer mehr heraus, dass auch das im Jahr 1970 erbaute Clubhaus wieder zu klein wurde. In Eigenleistung wurde 1976 mit einem Erweiterungsbau begonnen, der 1979 nach vielen Arbeitsstunden eingeweiht werden konnte. Das neue Clubhaus mit einer Grundfläche von ca. 200 m² wurde mit einem Tag der offenen Tür der Öffentlichkeit vorgestellt. Unter der Stabführung von Hermann Brormann beteiligte sich der Spielmannszug in den 70iger- und 80iger Jahren auch an internationalen Musikwettbewerben im In- und Ausland. Im hessischen Büdingen errang der Spielmannszug im Stand- und Marschwettbewerb erste Plätze. Diese Resultate konnten auch bei den Weltmusikwettbewerben im niederländischen Kerkrade mehrfach wiederholt werden.

Am 14. Dezember 1986 wechselten die Stabführung und der Vereinsvorsitz im Spielmannszug an Klaus Horstkemper. Dieser fungiert vorher schon als stellvertretender Vorsitzender und stellvertretender Tambourmajor. Er absolvierte seine Stabführerausbildung bei seinem Vorgänger, Hermann Brormann. Auch unter dem neuen Vorsitzenden und Stabführer konnte der Verein seine Erfolge fortsetzten.

Nachdem man im Jahre 1993 dem Volksmusikerbund von Nordrhein-Westfalen beitrat, beteiligten sich die Langenberger Musiker auch an den Wertungsspielen des Verbandes. Auch hier sicherten sich die Spielleute bei verschiedensten Wettbewerben mehrfach Auszeichnungen. Auch der Tambourmajor konnte bei den separaten Wertungen für den Dirigenten Auszeichnungen erlangen. Mit dem Beitritt in den Volksmusikerbund nahm der Verein auch die aktive Mitarbeit im Kreisverband Gütersloh auf. Dort war er bis zum Jahr 2006 durch Klaus Horstkemper im Vorstand des Kreisverbandes vertreten. Als Kreisfachleiter für das Spielmannswesen leistet er dort seit Gründung des Kreisverbandes aktive Aufbauarbeit. Zahlreiche Lehrgänge wurden organisiert und im Clubhaus des Vereins ausgerichtet.

Im Jahr 2002 hat der Spielmannszug seine Eigenständigkeit erwirkt. Über Jahrzehnte war er eine Gruppierung der St. Lambertus Schützenbruderschaft Langenberg e.V. Aus Dank und Anerkennung für die stets freundschaftliche und kameradschaftliche Zusammenarbeit mit der Bruderschaft war es dem Verein eine Verpflichtung auch den Namen der Bruderschaft beizubehalten. Seit dem 01. August 2002 ist der Spielmannszug der St. Lambertus Schützenbruderschaft Langenberg e.V. im Vereinsregister eingetragen.

Im Jahre 2006 konnten wir unser 75-jähriges Jubiläum feiern. Am Jubiläumswochenende feierte man mit befreundeten Musikvereinen, Schützen- und Karnevalsvereinen sowie mit allen Freunden und Gönnern. Ein großer Festumzug, an dem sich auch fast alle Langenberger Vereine und Organisationen beteiligten, dokumentierte deren enge Verbundenheit und Freundschaft zu unserem Musikzug.

Ein weiteres Highlight war in diesem Jahr das Schützenfest der St. Lambertus Schützenbruderschaft Langenberg e.V. auf dem unser Vereinskamerad, Markus Krähenhorst, die Königswürde erlangte. Seine Gattin Anja erwählte er sich zur Königin.

Eine Veränderung im Vorstand gab es auf der Generalversammlung am 16. Januar 2009. Der amtierende Vorsitzende, Klaus Horstkemper, kandidierte auf eigenen Wunsch nicht mehr für dieses Amt. Seit dem 14. Dezember 1986 stand Klaus Horstkemper als erster Vorsitzender in der Verantwortung und führte den Verein mit Weitsicht. Die Kameradschaft stand stets im Vordergrund. Als Vorsitzender vertrat er die Interessen des Spielmannszuges in der St. Lambertus Schützenbruderschaft und seit dem 01.01.1994 auch im Volksmusikerbund Nordrhein Westfalen, Kreisverband Gütersloh.

Nachfolgend eine kleine Auflistung der Ereignisse, die unter seinem Vorsitz stattfanden:

1991 60-jähriges Jubiläum des Spielmannszuges
1994 Öffnung des Vereins für weibliche Mitglieder
2001 Eintritt in den Volksmusikerbund NRW
2002 Eigenständigkeit des Spielmannszuges
Ausbau des Dachgeschosses im Clubhaus
2004 Pflasterung des Parkplatzes
2006 75-jähriges Jubiläum des Spielmannszuges
2007 Renovierung des Clubhauses

Auf den Punkt gebracht, ohne das Wirken von Klaus Horstkemper, hätte der Spielmannszug heute nicht den Stellenwert.

Zum neuen Vorsitzenden wählte die Versammlung am 16. Januar 2009 auf Vorschlag von Klaus Horstkemper den langjährigen Schriftführer, Klaus Schlütermann.

In seiner ersten Amtshandlung ernannte der neue Vorsitzende, den scheidenden Vorsitzenden als Dank und Anerkennung für seinen kameradschaftlichen und mehr als vorbildlichen Einsatz zum Ehrenvorsitzenden des Spielmannszuges der St. Lambertus Schützenbruderschaft Langenberg e.V.

Für die Zukunft ist ganz entscheidend, dass Klaus Horstkemper als Tambourmajor erhalten bleibt. Als Tambourmajor und somit als musikalischer Leiter bzw. als Ehrenvorsitzender gehört er weiterhin dem Vorstand an.

Im Juli 2010 nahm unser Musikzug an den 55. Int. Rasteder Musiktagen im niedersächsischen Rastede teil.

Insgesamt beteiligten sich an den Musiktagen mehr als 100 Musikkapellen mit über 4.300 Musikerinnen und Musikern aus 8 Nationen (Deutschland, Belgien, Niederlande, Polen, Schweiz, Österreich, Dänemark und Südafrika). Veranstalter war der Verein Rasteder Musiktage e.V. und die Bundesvereinigung Deutscher Musikvereine BDMV, der innerhalb der Gesamtveranstaltung die Deutsche Meisterschaft, die alle 3 Jahre stattfindet, ausrichtete.

Bei der Deutschen Meisterschaft in der Sparte Marschbewertung traten wir gegen Spielmannszüge, Blaskapellen und Fanfarenzügen an. In einem qualitativ hochwertigen Teilnehmerfeld belegten wir einen ausgezeichneten 7. Platz. Beim Marschwettbewerb der Rasteder Musiktage stellten wir uns in der Sparte Spielmannzüge der starken internationalen Konkurrenz und sicherten uns einen guten 5. Platz. Die Stabführer und Dirigenten wurden bei diesem Wettbewerb gesondert vom Wertungsgericht bewertet. Tambourmajor Klaus Horstkemper musste sich lediglich der Stabführerin einer dänischen Musikkapelle geschlagen geben und belegte somit einen sehr guten 2. Platz.

Die Musiktage in Rastede, auf die sich die Musikerinnen und Musiker in zahlreichen Proben und einem Probenwochenende intensiv vorbereiteten, waren für den Spielmannszug ein voller Erfolg!

Am 14. Dezember 1986 wurde unser Tambourmajor Klaus Horstkemper zum musikalischen Leiter gewählt. Er kann somit in diesem Jahr sein 25-jähriges Dienstjubiläum feiern. Auf unseren bzw. den Antrag der St. Lambertus Schützenbruderschaft Langenberg wurde ihm für seine außerordentlichen Verdienste auf dem Langenberger Schützen- und Heimatfest am 18. Juli 2011 vom Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften das St. Sebastianus Ehrenkreuz verliehen.

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